"Bezahlt wird nicht !" | turbulente Farce

von Dario Fo

ein Stück für 5 Personen und einen Schnurrbart

eine Produktion der compagnie schattenvögel | Regie: Peter H. Jährling

Premiere: Samstag, 8. März um 20:00 Uhr

Mailand in den Siebziger Jahren. Ein ganzer Stadtteil ist in Aufruhr: Frauen stopfen sich die Bäuche aus und feiern das Fest ihrer Schutzpatronin, der heiligen Eulalia. Angeblich. In Wirklichkeit transportieren sie geklaute Lebensmittel. “Bezahlt wird nicht“ ist ihr Motto, mit dem sie der Wirtschaftskrise trotzen.  Giovanni, ein wackerer Gewerkschafter, ist gegen den ganzen Unfug. Aber als seine Frau Antonia ihm nur noch Vogelhirse vorsetzt, ist auch seine Geduld am Ende. „Bezahlt wird nicht“ ist eine turbulente Farce, eine Verwechslungskomödie, in der statt heimlicher Liebhaber, Nudeln, Reis und Konserven verschwinden und sogar Polizisten schwanger werden. 

Inzwischen hat die Realität die Farce von Dario Fo bei weitem eingeholt: In der kalifornischen Hauptstadt Sakramento wuchsen 2008 wilde Zeltstädte in denen Menschen hausen, die wegen der Finanzkrise alles verloren haben: ihre Häuser, ihre Jobs, ihre Würde. Das World Press Foto 2008 zeigt daher einen amerikanischen Polizisten, der mit vorgehaltener Pistole eine geräumte Wohnung kontrolliert. Weltweit sind die Lebensmittelpreise um ein vielfaches gestiegen. Bei militanten Protesten junger Leute gegen die Preispolitik der griechischen Regierung wurde im Herbst 2008 ein junger Mann erschossen. In Griechenland ist die Selbstmordrate explodiert. Vor Lampedusa sterben Flüchtlinge aus Afrika im offenen Meer. Werksschließungen und Umstrukturierungen am globalen Markt zwingen immer mehr Arbeitnehmer in Jobs zu Dumpinglöhnen. In Frankreich gibt es inzwischen einen neuen Verhandlungsstil: Bossnapping. Manager werden als Geiseln genommen um die Forderungen der Belegschaften gegen weltumspannende Kartelle durchzusetzen. Denn die Geiz ist Geil-Devise heißt vor allem: niedrige Löhne für alle und Steuerfreiheit für die Konzerne!

aktueller Artikel zum Stück

ÜBERSICHT

"Bezahlt wird nicht !" von Dario Fo

eine Produktion der compagnie schattenvögel

Regie : Peter H. Jährling

Mit: Marijke Jährling | Annika Zaich
Peter H. Jährling | Thomas Rausch | Nima Conradt
Bühne und Kostüme: compagnie schattenvögel
Licht: Sven Beck
Bauten: Heinz Runkel, Eberhard Schmidt-Ihn, Klaus Peter
„Bezahlt wird nicht !" von Dario Fo in der Übersetzung von Peter O. Chotjewitz im Verlag der Autoren
 
Presse & Publikum

Presse zur Premiere am 8. März 2014

Mit viel Gelächter und Jubelrufen wurde das Ensemble der compagnie schattenvögel bei der Premiere belohnt...Die Darsteller meistern die Gratwanderung zwischen Komödie und Gesellschaftskritik mit viel Witz und Tiefgang, sowie vollem Körpereinsatz, wenn vermeintlich tote Polizisten in den Schrank gesperrt, Lebensmittel in Särgen durch die Stadt transportiert und Verfolgungsjagden mit den Carabinieri ausgetragen werden... Die Inszenierung spiegelt dabei mit vielen Details das Lebensgefühl der siebziger Jahre wieder, erinnert aber schmerzlich oft daran, dass die aktuelle Wirtschaftskrise nicht allzu weit von der damaligen Situation entfernt ist...zum Artikel (Sandra Kathe | Darmstädter Echo)
 
Presse zur Premiere Juni 2009
Die "Schattenvögel machen sich Fos Sozialkritik wie auch seine "niederen" Mittel zu eigen, was trotz der ungewohnten Kombination von Posse und Politik sehenswert ist…ein Erfolg! (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
 
Publikum 2014

Pravissimo!
Tränen gelacht!
Ein toller Abend!
Beste Unterhaltung, viel gelacht.
Ein Abend wie es viele geben sollte. Ganz Darmstadt muss das sehen!Lächelnd
 
Tolles Stück, tolle Schauspieler und eine super Inszenierung!
Anspruchsvoll, politisch- "super", weiter so, wir freuen uns auf mehr.
 
Der Autor
Dario Fo, (geb 24. März 1926) wurde 1997 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Der satirische Theaterautor, Theater- und Opernregisseur, Bühnenbildner, Komponist, Erzähler und Schauspieler arbeitet auf Basis der Commedie dell´ Arte und des buffonischen Volkstheaters. Vielfach erarbeiteten er und seine Frau Franca Rame, die aus einer Schauspielerfamilie stammte, ihre Stücke unter direkter Beteiligung von Arbeitern und Belegschaften. Seine Fernsehshows und Theaterstücke waren beim zahlenden Publikum ein Renner und erlitten dennoch Zensur und Interventionen von Seiten der Kirche und der Staatsbeamten, sodass Auftrittsorte und Arbeitsmöglichkeiten rar wurden.

Fotos: Jennie Bödeker - "Die Gräphin"