ÜBERSICHT

"Billies Blues"

"Billies Blues" | eine Produktion der compagnie schattenvögel
 
Buch und künstlerische Leitung: Marijke Jährling
Regie: Peter H. Jährling
 
Mit Marijke Jährling (Billie Holiday); Peter H. Jährling (Louis Mc Kay u.a);
Nima Conradt (Skinny u.a.); Lukas Moriz (Piano); Rudolf Stenzinger (Kontrabass);
Steffen Müller- Kaiser (Tenorsaxofon und Klarinette)
 
Licht: Sven Beck
Bühne: Heinz Runkel
Dank an: Tonstudio "Sound & More", Klaus Endel
 
PRESSE & PUBLIKUM
Darmstädter Echo
Julia Reichelt
 
„Wie ist so ein Leben auf die Bühne zu bringen? Als Kind vergewaltigt, später Prostituierte, heroinabhängig, von der Polizei verfolgt, schließlich mit 44 Jahren auf dem Sterbebett verhaftet. Darüber hinaus legendäre Jazz-Sängerin. Zwischen diesen Extremen bewegt sich das Leben von Billie Holiday. Aus diesem Stoff hat die Schauspielerin und Sängerin Marijke Jährling ihr erstes Stück gemacht, und spielt darin auch die Hauptrolle. Ein gewagtes Unterfangen – das funktioniert. (…)
Schon jetzt steht fest: Mit dieser Uraufführung ist das kleine Theater bereits eine große Bereicherung für die Stadt.“  Mehr lesen  
 
 
HR2 Frühkritik
Martin Grunenberg
 
„Marijke Jährling macht das sehr gut, mit wenigen Requisiten lässt sie Billie Holiday lebendig werden, ein Frau die etwas nuschelt weil ihr die Drogen und der Alkohol immer die Lippen schwer machen , auf der anderen  Seite ist sie eine Musikerin die aufblüht wenn sie am Mikrofon steht – das war musikalisch-sängerisch eine reife Leistung.. unterstützt von diesem Jazz-Trio das wirklich sehr sensibel und mit dem nötigen Swing spielt“
 
 
Publikumsstimmen
 
"Ein sehr gelungenes, wundervolles Debut. Erstklassig gespielt und inszeniert. Hat uns gut gefallen.“
 
„Tolle Musik, tolle Musiker! Ich war neugierig ob es gelingt, die einmalige Stimme Billies aufzugreifen.
Es ist großartig gelungen. Vielen Dank!“
 
„Billie, Du hast mein Herz berührt – Danke für den schönen Abend.“
 
„Billie du hast wirklich sehr gefühlvoll gesungen. Danke.“
 

Billies Blues

Billies Blues

Hommage an Billie Holiday

von Marijke Jährling

Sie ist eine Legende des Jazz. Und Legenden sterben bekanntlich früh: Mit nur 44 Jahren verendete Billie Holiday, noch am Sterbebett verhaftet und bewacht von Beamten der Drogenpolizei, in einem New Yorker Krankenhaus. Eine Szene, spektakulär und zugleich erbärmlich. Zwischen solchen Gegensätzen bewegte sich das Leben der farbigen Sängerin, die sang „damit sie sehen, dass ich keine Angst habe“. Denn fürchten musste sie sich ständig: Vor willkürlichen Verhaftungen, Gewalt, Pöbeleien, im Kampf ums nackte Überleben.
 
Mit „Billies Blues“ zeigt die compagnie schattenvögel im West Side Theatre eine szenisch-musikalische Collage aus den letzten Lebensjahren der eigenwilligen, großartigen Sängerin. So wie sie einen Song nie gleich sang sondern immer wieder neu erzählte, so legte sie auch über ihre Lebensgeschichte immer wieder neue Interpretationen vor. Das Klischee sieht sie gerne als Opfer der Männer, die sie brauchte um zu überleben, und die sie ausnutzten: Jimmie Monroe, Louis McKay, allesamt Zuhälter und windige Typen. Wer sie aber wirklich war, darüber erzählt ihre Musik mehr als jede Biografie.
 
Ihr Leben legt Zeugnis ab vom tief verwurzelten Rassismus in den USA, davon, wie Menschen von einer paranoiden Gesellschaft zerstört werden, die sich ihre Feindbilder immer wieder selbst heran züchtet. In „Billies Blues“ ist dies die Stimme von H. J. Anslinger, dem Gründer des FBN (Federal Bureau of Narcotics), dessen verbissener Kampf gegen Drogen nur ein Ziel hatte: ein sauberes weißes Amerika. Doch: Was wäre dieses Amerika ohne die Musik all der schwarzen Künstler, ohne die Stimme von Billie Holiday!
 
 

Fotos: Ina Rank