Fluch der verhungernden Klasse

 
Drama von Sam Shepard

 

Premiere: Freitag, 17. Mai | 2013

Der Kühlschrank ist leer.  Die Küche gleicht einem Trümmerhaufen. Und ein Lamm mit Leberegeln blökt verlassen in seinem  Pferch. Mit diesen Bildern  zeichnet US-Dramatiker  Sam Shepard  In „Fluch der verhungernden Klasse“ ein schmerzlich genaues Bild von Menschen, die inmitten ihrer fruchtbaren, reichen Plantagen verelenden, weil sie den Bezug zu ihrer Arbeit, zu ihrer Geschichte, verloren haben.
 
Da ist Weston, der Familienvater: Er verlässt die Farm immer wieder für ausgiebige Saufgelage und verstrickt sich in dubiosen Kreditgeschäften. Seine Frau verspricht das Familienanwesen zugleich heimlich einem windigen Immobilienmakler, weil sie von einem bürgerlichen Leben in Europa träumt. Die halbwüchsige Tochter Emma spinnt sich in Abenteuerwelten und haut mit dem Pferd ab, nur Sohn Wesley versucht den Laden mühsam zusammen zu halten, jedoch fehlt ihm die Identifikationsfigur.
 
Die compagnie schattenvögel inszeniert das preisgekrönte Werk als lustvolles Spiel mit den Genres: Zwischen Drama, Komödie und Räuberpistole erzählt sie die Geschichte des Zerfalls dieser Familie, des Verlustes ihrer Identität und der Zurückeroberung ihrer Würde.
 
Fünfundzwanzig Jahre nach seiner Uraufführung hat „Fluch der verhungernden Klasse“ nichts von seiner Aktualität eingebüßt, es hat sie im Gegenteil durch die Folgen der Globalisierungskrisen gewonnen und zeigt die ungeheure Hellsicht eines Autors auf, dessen dichte Metaphorik einem europäischen Publikum zunächst verborgen blieb.
 
Autor: Sam Shepard
Übersetzer: Peter Malherbe
Aufführungsrechte beim S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main
Regie: Peter H. Jährling
Mit Nima Conradt (Wesley), Juliane Bosse (Emma), Peter H. Jährling (Weston), Marijke Jährling (Ella), Thomas Rausch (Taylor), Samir Djikić (Ellis, Emmerson)
Licht: Nick Rau
Bauten: Heinz Runkel, Eberhard Schmidt-Ihn
 
Und der Musik von Jimi Hendrix und anderer Legenden
 

 Mit freundlicher Unterstützung

 der Stadt Darmstadt

 
 

 des Förderkreis Kultur

 
 

 der HSE Stiftung

 
 

der HEAG Kulturfreunde                                                      

 

Über Sam Shepard

Sam Shepard (* 5. November 1943 in Fort Sheridan, Illinois als Samuel Shepard Rogers VII) ist ein US-amerikanischer Dramatiker und Schauspieler. Shepard wuchs auf einer Ranch in Kalifornien auf. Nach einem kurzen Studium der Landwirtschaft ging er Anfang der 1960er Jahre nach New York City. Hier kam er in Kontakt mit dem Theater und begann seine ersten Stücke zu schreiben, die zunächst in kleinen Theatern abseits des Broadway von Studententheatergruppen inszeniert wurden.
Ende der 1960er Jahre schrieb er mit Michelangelo Antonioni das Drehbuch für dessen Film Zabriskie Point, er arbeitete ab den 80er Jahren auch mit Wim Wenders zusammen ("Paris, Texas" "Dont come knocking").
 
Die Musikszene der 1960er Jahre zog Shepard an. Er spielte Schlagzeug bei der Rockband Holy Modal Rounders und schloss sich der Flower Power-Bewegung an. 1969 heiratete er das erste Mal, 1970 wurde er Vater. Er lebte außerehelich mit der Rocksängerin Patti Smith zusammen. Anfang der 1970er Jahre ging Shepard nach London. Dort schrieb er zahlreiche Stücke, die zu Underground-Erfolgen wurden. Zu seinen Freunden in dieser Zeit zählten die Bandmitglieder von The Who und The Rolling Stones. Bei einem Projekt von Mick Jagger spielte er Schlagzeug.
 
Mitte der 1970er Jahre, wieder zurück in den USA, arbeitete Shepard mit Bob Dylan zusammen, spielte – dem Film bisher nur als Drehbuchautor zugetan – seine ersten Filmrollen und ging mit Dylan und dessen Rolling Thunder Revue auf Tournee. In den 80er Jahren hatte er vor allem am Theater Erfolge mit "Fool for Love", "Fluch der Verhungernden Klasse" und "Vergrabenes Kind“ (Pulitzer Preis).
 
Sam Shepard lernte 1982 bei den Dreharbeiten zu dem Film Frances (über das Leben der Schauspielerin Frances Farmer) Jessica Lange kennen; sie waren bis 2010 ein Paar. Außerdem führte Shepard 1994 bei "Schweigende Zunge" Regie, dem letzten Film mit River Phoenix. Als Filmschauspieler wurde er mit „Homo Faber“ (Regie: Volker Schlöndorff ) bekannt.