"Mensch, Kurt!" Die Tucholsky Revue

eine Produktion der compagnie schattenvögel
Konzept und Regie: Peter H. Jährling | Dramaturgie, Textfassung und musikalische Leitung: Marijke Jährling
 
Premiere: 30. März 2016 | 19:30 Uhr

 

Publikum & Presse

Publikum:

"Es war wunderschön, vielen Dank. Hoffentlich klappt es mit dem neuen Domizil. Wir kommen auf jeden Fall wieder.“

„Sehr unterhaltsam! Wir lieben diese Art von Kleinkunst. Hoffentlich klappt das mit der neuen Bühne.“

„Wieder prima – weiter so“

„Danke, dass Sie Peter Panther ins Leben zurück geholt haben. Eine gelungene Aufführung.“ „Tolles Stück, tolle Revue. Die Goldenen Zwanziger wurden wieder zum Leben erweckt. Erinnerungen werden wach, leider nicht nur zum Guten, wenn man sich die aktuellen Entwicklungen in der Gegenwart betrachtet. Flüchtlingskrise, Rechtsruck, AfD…“

„Grandios"

 
Presse:
 
Darmstädter Echo | Bettina Bergstedt
Der Auftakt zur Revue ist stark: Marijke Jährling erscheint mit Militärmantel, - mütze und Hitlerbärtchen und deklamiert im Duktus Hitlers "An das Publikum": "Sag mal verehrtes Publikum, bist du wirklich so dumm? Ja dann...es lastet auf dieser Zeit der Fluch der Mittelmäßigkeit." ...ein bisschen Kabarett, ein bisschen Spaß - mit kleinen Gesangsnummern markiert Denise Tavares ein Berliner Mädel zwischen brav, kokett und leicht frivol...an der Bar bedient NIma Conradt als Engel...er singt Tucholsky´s "Die Barfrau" etwa - durchaus nett und amüsant... Peter H. Jährling spielt selbst in der szenischen Umsetzung der satirischen Texte wie "Herr Wendriner kauft ein" oder "Herr Wendriner erzieht seine Kinder...Die Textauswahl ist gelungen und abwechslungsreich wird zwischen szenischem Spiel, Deklamation und Gesangseinlage variiert - versiert begleitet von Lukas Moriz am Klavier. Marijke Jährling singt und spielt an diesem Abend vielseitig und stimmig und überzeugt gesanglich auf ganzer Linie. Als Frankfurter Schauspielerin Gussy Holl gibt sie als Parodistin die Hitler-Figur und beherrscht die kessen wie die leisen Töne als Chansonsängerin vorzüglich. Als Betrunkener schwadroniert sie über Politik und arbeitet den Spott über den Wankelmut des kleinen Mannes fein heraus.
Übersicht
eine Produktion der compagnie schattenvögel
 
Regie: Peter H. Jährling
Dramaturgie, Textfassung: Marijke Jährling
Musikalische Leitung: Marijke Jährling
Piano: Lukas Moriz
 
Mit: Marijke Jährling | Denise Tavares | Peter H. Jährling | Nima Conradt
 
Kostüme: Ulrike Schörghofer
Bauten: Heinz Runkel
Licht: Sven Beck
 
weitere Spieltermine 2016:
 
Sa. 24. + Do. 29. Sept. | 19:30
Fr. 07. Oktober| 19:30
 
Autor

Kurt Tucholsky | * 9. Januar 1890 in Berlin † 21. Dezember 1935 in Göteborg

Tucholsky zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik.
Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Sozialist, Pazifist und Antimilitarist
und warnte vor der Erstarkung der politischen Rechten – vor allem in Politik, Militär und Justiz - und vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus.

Fotos: Ulrike Schörghofer

"Mensch, Kurt!" Die Tucholsky Revue

eine Produktion der compagnie schattenvögel
Konzept und Regie: Peter H. Jährling | Dramaturgie, Textfassung und musikalische Leitung: Marijke Jährling
 
Premiere: 30. März 2016 | 19:30 Uhr

 

Das Theater mit Bar und "kleiner Küche" öffnet um 18:30 Uhr

Er hatte fünf Finger an einer Hand, war Panther, Tiger und Co, Weltbühnenautor, Jude, Pazifist, ein Womanizer, Patriot,Europäer, Erfinder der Ironie, er hasste die Deutschen , er liebte Deutschland, und nahm sich das Leben im Exil.

Kurt Tucholsky (1890-1935) spiegelt in seinen Liedern, Glossen, Geschichten und Gedichten wie kein anderer deutsche Befindlichkeiten, er seziert förmlich die gesellschaftliche Situation zwischen den Weltkriegen und begründet – zersplittert in seinen Pseudonymen – das literarische Bild der modernen,   zerrissenen Identität. Statt Erlösung zu suchen in einfachen Antworten – wie die Mehrheit der deutschen in den 1930er Jahren – ging Tucholsky der Vieldeutigkeit der aufbrechenden Moderne mit spitzer Feder auf den Grund.

„Mensch, Kurt!“ ist eine Revue, die musikalisch, schauspielerisch, parodistisch und kabarettistisch hinter die Kulissen der heute gerne beschworenen Goldenen Zwanziger Jahre schaut, bis in die Dreißiger hinein, um dabei Kontinuitäten und Parallelen aufzudecken, etwa wenn Heute im vereinten Europa wieder der Ruf nach nationaler Identität laut wird, mit einem wiedererstarkenden Rechtspopulismus. „Mensch, Kurt!“ fängt auch die Stimmen von Zeitgenossen ein, und bringt uns auch den Menschen „Tucho“ nahe, und damit den Blick eines sensiblen Wesens auf sich selbst, auf die Menschen, denen er misstraute, die er liebte, an denen er scheiterte.

Tucholskys Zeitung Blah

 

Schock!! Die Wahrheit

was die Lügenpresse verschwieg

Warum Deutschland AfD wählt

In einem Mannheimer Arbeiterviertel kommt die AfD auf 30% Wählerstimmen. Ein "Autor" der "Jouwatch" weiß es besser als die FAZ: es ist das Versagen der SPD, der "Scharia Pertei Deutschlands" (O-Ton Autor) Die hat den Stadtteil von lebensfrohen Arbeitern, deren minderjährige Kinder auf Klassenfahrten nach Lust und Laune ficken dürfen, der verkniffenen Moral von kopftuchtragenden Muslimen untergejocht. Die Muslime sind also schuld daran dass sich die Lebenswelt der Menschen derart verändert hat und der lustige Mannemer seines Lebens nicht mehr froh wird.

Die Juden sind schuld

So hieß es in Nazideutschland. Und alle haben es geglaubt. Aber was war passiert?

Unter dem Mäntelchen des Kaiserreiches hatte sich Deutschland als Industrienation entwickelt. Die Arbeiterklasse wurde geboren. Das Kleid des Kaisserreiches wurde zu eng für diese Entwicklung Die Sozialistengesetze hielten die SPD gedeckelt, es überwog  alltagsfreundliche Vereinsmeierei.. Bismarcks soziale Wohltaten hielten das Ganze aber  einigermaßen zusammen. Und: Im Militär hatte jeder männliche Bürger einen kleinen oder größeren Status, auf den er Stolz sein konnte. Arbeiter konnten Unteroffizier sein, das Bürgertum bekleidete sich mit höheren Posten und lief speichelleckend dem Adel hinterher, um sich in dessen Glanz zu sonnen.

Der erste Weltkrieg udn die Novemberrevolution hatten dieses Gebilde ducrheinandergewürfelt. Das Militär wurde massiv verkleinert. Viele verloren ihren Status, durch den sie sich aufgewertet fühlten. Privilegien gingen verloren, ehamalige Bürgersfrauen mussten sich prostituieren. Andere strebten auf und machten eifrig Geschäfte. Die Gesellschaft wurde unübersichtlicher,  Neid durchsetzte sie.

Die Flüchtlinge sind schuld

Deutschland klettert in der Lebenszufriedenheit von Platz 15 auf Platz 9 im europaweiten Vergleich. Aber: Was man hat, kann man ja auch verlieren.

Die "Verlierer" klingeln ja fast täglich an der Tür: Die Paketboten, Prototypen der  Dienstleister.

Denn Deutschland hat in den letzten zwanzig Jahren einen Umbauprozess vollzogen: Von der Industrienation zur Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft. Was heißt das? Das heißt, wir ahben reguläre Beschäftigung ab- und einen irregulären Dientsleistungs- und Niedriglohnsektor aufgebaut.

Zugehörigkeiten, die in der Arbeietrschaft slbstverständlich waren, sind verloren gegangen. Gab es früher für jede Berufsuppe eigene Gewerkschaften - wie etwa IG Druck und Papier etwa - so sind jetzt die meisten in einer großen Dienstleistungsgewerkschaft zusammengefasst. Aber: Was bin ich als Dienstleister? Womit kann ich mich identifizieren? Kann sich der Angestellte im öffentlichen Dienst mit dem Paketboten identifizieren? Wohl kaum.

Diesem verlust von Identität und Zugehörigkeit folgt - ähnlich wie nach dem ersten Weltkrieg - die Erfahrung von Unsicherheit und Unübersichtlichkeit.. War es in den zwanziger-dreißiger Jahren die Massengesellschaft der Städte, die die Leute ängstigte, so ist es nun die Unübersichtlichkeit der Globalisierung und die Erfahrung, jederzeit mit einem Arbeitnehmer in China in Konkurrenz zu stehen - ohne sich direkt messen zu können.

Das ist gerade für Männer eine belastende Erfahrung, denn sie können den "Feind" nicht direkt angehen.

Also muss jemand schuld sein. Na klar: Die Flüchtlinge sind schuld!
[Marijke Jährling]

 

Abendkasse: 25,-€| ermäßigt 1: 17,-€ | ermäßigt 2: 6,-€ 
 
*Ermäßigt 1 gilt für: Stud., AZUBI, Schwerbeh., ALG I
*Ermäßigt 2 gilt für: Schüler, ALG II
 
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