"Mit brennender Geduld"

von Antonio Scármeta
 
eine Produktion der compagnie schattenvögel | Regie: Peter H. Jährling
 
Premiere | Fr. 09. Oktober 2015 | 19:30 Uhr

 

Es ist eine Liebesgeschichte, die  mit dem Film „Il Postino“ (Der Briefträger), aus dem  Jahr 1995,
mit Philippe Noiret, um die Welt ging. Genauer gesagt: Es ist die Geschichte einer  Verwandlung.
 
Ein einfacher Mann lernt durch die Kraft der Metapher sein Leben anders und vollkommen neu zu erkennen.
Und er wird mit der Liebe seins Lebens belohnt.
 
Der chilenische Dichter und Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda wird von Briefen seiner Anhänger überschüttet. Mario Jimenez, ein schüchterner Fischer, nimmt daher die Stelle als Privat-Briefträger Nerudas an und bringt ihm täglich Berge von Post ins Haus, darunter unzählige Liebesbriefe. Zwischen den ungleichen Männern entwickelt sich langsam eine tiefe Freundschaft. Angespornt von Nerudas Erfolg bei Frauen beginnt Mario, dessen Gedichte zu lesen und sich von ihm in die Geheimnisse des poetischen Werbens einweihen zu lassen. Neruda vermittelt Mario, der nie in die Schule ging, die Liebe zur Dichtung.
 
Mario fasst schließlich den Mut, mit Nerudas Worten, die er als seine eigenen ausgibt, um die schöne und sinnliche, aber unnahbare Beatrice zu werben. Überschattet von den politischen Ereignissen in Chile erhält die zarte Liebesgeschichte aber immer wieder Risse – bis zu einem tragischen Ende, das trotzdem von der Hoffnung lebt. Mit Gedichten Pablo Nerudas, die die Sinnlichkeit zelebrieren und den „einfachen“ Menschen in seiner Situation Anerkennung erweisen, ihm Würde und Stolz zurückgeben.
 
ÜBERSICHT
eine Produktion der compagnie schattenvögel
 
Regie und Bearbeitung: Peter H. Jährling
 
Pablo Neruda: Peter H. Jährling
Mario Jimenez: Nima Conradt
Beatriz Gonzales: Denise Tavares
Rosa, Witwe Gonzales: Kerstin Kiefer
Bühne: Heinz Runkel
Kostüme: compagnie schattenvögel
Licht: Sven Beck
 
Mit freundlicher Genehmigung des Verlag der Autoren, Frankfurt am Main
 
Autor

Antonio Skármeta | * 7. November 1940 in Antofagasta

wurde als Sohn kroatischer Einwanderer in Chile geboren. Er musste als Anhänger Salvador Allendes nach dem Militärputsch 1973 sein Land verlassen und lebte im Exil in West-Berlin. Hier schrieb er an Drehbüchern für deutsche Filme, u. a. für Peter Lilienthal. Skármeta kehrte 1989 wieder nach Chile zurück.

 

Fotos: Marijke Jährling