Trommeln in der Nacht

Trommeln
von Bertolt Brecht
eine Produktion der compagnie schattenvögel | Regie: Peter H. Jährling
 
Sie sind jung und verführbar. Sie sind zerbrechlich, zerbrochen, verliebt und verloren. 
Anna Balicke steht kurz vor der Ehe mi Friedrich Murk, einem Geschäftsmann, der gut am Krieg verdient hat. Wie ihre Eltern, die nun von Munitionskörben auf Kinderwagen umrüsten. Und die schwangere Tochter soll schließlich gewinnbringend verkuppelt werden. Doch vor ihr steht plötzlich ihre große Liebe Andreas Kragler, den sie im Krieg verschüttet glaubte: Abgezehrt, heruntergekommen, abstoßend. Für beide stehen Entscheidungen an: Die Novemberrevolution ruft den jungen Mann auf die Barrikaden zu gehen.  Auf der anderen Seite steht die Liebe, die Verheißung einer bürgerlichen Existenz. Welchen Verführungen, welchen Verlockungen folgen sie?  „Mein Fleisch soll im Rinnstein verwesen, dass eure Idee in den Himmel kommt? Seid ihr besoffen?“
Mit „Trommeln in der Nacht“ gibt Bertolt Brecht keine Antwort auf diese Fragen . Ausgangspunkt des Stückes ist  „Die Ballade des toten Soldaten“  in der Brecht das Schicksal eines nahen Freundes auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkrieges verarbeitet. Gleichwohl ist „Trommeln in der Nacht“ , entstanden 1919 während der Novemberrevolution und 1922 in den Münchener Kammerspielen uraufgeführt, 
eine Komödie und voller Poesie des noch sehr jungen Brecht. Im Jahr der Uraufführung würdigte man ihn dafür mit dem Kleist-Preis.
 
ÜBERSICHT
eine Produktion der compagnie schattenvögel
 
Regie: Peter H. Jährling
 
Andreas Kragler | David Marquis
Anna Balicke | Véronique Weber
Karl Balicke/Glubb | Peter H. Jährling
Amalie Balicke | Kerstin Kiefer
Friedrich Murk | Florian Gierlichs
Babusch | Torsten Ibach
Picadillybarmanke/Zibebenmanke | Francesco Novelli
Marie | Denise Tavares
Auguste | Karina Klock
Bulltrotter | Florian Gierlichs
Besoffener Mensch | Kerstin Kiefer
 
Kostüme: Ulrike Schörghofer
Bühne: Heinz Runkel / Klaus-Peter
Licht / Effekte: Sven Beck
 
„Trommeln in der Nacht“ von Bertolt Brecht mit freundlicher Genehmigung des Suhrkamp Verlag
 
Publikum & Presse
Publikumsstimmen:
 
"Brecht hätte diese Inszenierung sehr gefallen! Bravo! Grandios!"
"Sehr beeindruckend!"
"Beeindruckende Atmosphäre...weiter so!"
"Ich finde es sehr mutig, dieses Stück zu inszenieren, auch diese "Nacktheit". Eine gelungene Premiere."
"Hat mir super gefallen! Genau mein Geschmack und Humor!!!"
 
 
Presse:
 
FAZ | Christoph Schütte
"Geht es hier um die Moral, kommt es auf die Ellenbogen an, oder zählt am Ende nur das kleine Glück? Lohnt es sich noch, zu kämpfen, und wenn ja, dann auf welcher Seite der Barrikaden? Ist die Liebe stärker als der Tod, oder ist es umgekehrt, und überhaupt, warum laufen hier alle in wenig vorteilhafter stützstrumpffarbener Unterwäsche herum (Kostüme Ulrike Schörghofer)?
Bertolt Brecht hat sein 1922 uraufgeführtes, in den Tagen des Spartakusaufstands von 1919 spielendes Jugendstück "Trommeln in der Nacht" eine Komödie genannt, und das kann man trotz des bisweilen makabren Humors durchaus so sehen.
Die Möglichkeiten der Bühne nutzt das mit neun Schauspielern üppig besetzte Stück durchaus lustvoll aus. (...)für ein kleines Privattheater eine bemerkenswert aufwendige Inszenierung."
 
Darmstädter Echo | Julia Reichelt
"Mit 21 Jahren hat Brecht dieses überzeichnete Bild des Bürgertums in der Umbruchszeit nach dem Ersten Weltkrieg gezeichnet, in einer Sprache die wild, wüst und dennoch poetisch ist. Und diese drastische Sprache verlangt nach ebensolcher Regie.
Schon damals, in der ersten Aufführung, 1922, wurde mit Verfremdungseffekten gearbeitet. Im West Side Theatre konzentriert sich die Verfremdung weniger auf das Bühnenbild, das farblich von der neuen Sachlichkeit inspiriert ist (Bühne und Farbgestaltung: Marijke Jährling), sondern vor allem auf die Kostüme.
In Maßanzug und Knopfstiefeln lässt sich die Geschichte nicht erzählen, das war Regisseur Peter H. Jährling und der Kostümbildnerin Ulrike Schörghofer von Anfang an klar. Stattdessen tragen fast alle - bis auf die Schuhe - nichts als eng anliegende hautfarbene Stützunterwäsche, Frauen wie Männer. Das ist für die Zuschauer in den ersten Szenen gewöhnungsbedürftig..."

 

Autor
Bertolt Brecht | * 10. 02 1898 in Augsburg und † 14.08.1956 in Berlin
 
war Dramatiker (darunter das Werk "Drei Groschen Oper") und Lyriker des 20. Jahrhunderts.
Er hat das epische Theater beziehungsweise das „dialektische Theater“ begründet.
1933 ging Brecht ins europäische und ab 1941 ins US-amerikanische Exil.
Ab 1948 arbeitet er dann wieder in Ost-Berlin. Brecht war unter anderem mit Helene Weigel verheiratet.

Fotos: Marijke Jährling/Ulrike Schörghofer